Ozeanriesen im Binnenland, Hollandflair im Emsland und noch viel mehr… willkommen in Papenburg

 12. August 2019   Typisch Klaus

Bei Papenburg denken viele zunächst an die Meyer Werft. Der traditionsreiche Schiffbaubetrieb mit seinen fast 90 Meter hohen Gebäuden fertigt hier riesige Kreuzfahrtschiffe. Die oft über 300 Meter langen Luxusliner werden teils in Segmenten erbaut, die dann spektakulär zusammengefügt werden. Noch spektakulärer sind die Überführungen der Ozeanriesen: Denn Papenburg liegt nicht an Unterweser oder Elbe, sondern an der Ems. Damit die Giganten der Kreuzschifffahrt den fast 40 Kilometer entfernten Dollart und die Nordsee erreichen, muss die Ems regelmäßig aufgestaut werden. Daraufhin geht es im Schritttempo in Richtung Emden. Zigtausende Schaulustige bestaunen diese technische und navigatorische Meisterleistung vom Emsdeich aus. Und wenn gerade kein Stapellauf ist oder keine Überführungsfahrt stattfindet? Auch dann können Sie die Faszination des Großschiffbaus in Deutschlands südlichstem Seehafen hautnah erleben: im Besucherzentrum der Meyer Werft bei spannenden, zweistündigen Führungen und Werftbesichtigungen oder bei einer Rundfahrt im Papenburger Hafen. Fast nebenan von der modernen Werft finden Sie den ehemaligen Standort: Die Alte Werft ist heute ein beliebter Treffpunkt, mit Theater, Kunstschule, städtischer Galerie, Gastronomie und mehr. Die maritime Tradition wird im Schifffahrtsmuseum erlebbar – markanter Bestandteil des Museums ist die Zwei-Mast-Brigg „Friederike von Papenburg“, die hier festgemacht hat. Hier finden Sie auch einen Außenstelle der Papenburger Touristeninformation.

Hier entstehen Kreuzfahrtgiganten auf der Papenburger Meyer Werft Bild von Karsten Paulick auf Pixabay
© Pixabay: Karsten Paulick

Eine stolze Stadtgeschichte – Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Papenborch errichtet
Die Festung im Moor diente den Bischöfen aus Münster als Zwischenhalt bei ihren Reisen durch die damals sehr unzugängliche Moorlandschaft. Erst etwa vierhundert Jahre später wurden die „Fehn“ (niederländisch „Veen“), die weiten Sumpf- und Feuchtgebiete, im großen Stil erschlossen. Denn die unwirtliche Moorlandschaft entwässern und kolonisieren? Mit einem Kanal, der auch die größeren Ansiedlungen mit der Ems verbinden sollte? Das geht nicht? „Von wegen“, muss sich Dietrich von Velen gedacht haben – als er im Drostenamt der Münsteraner Bischöfe 1631 die Stadt Papenburg begründete. Der niederländische Kanalbaumeister „Poeljan“ wurde mit dem Kanalbau beauftragt. Das Projekt der Stadt wurde, nach einer Unterbrechung durch den Dreißigjährigen Krieg, zum großen Erfolg. Papenburg gilt heute als längste und wahrscheinlich älteste Fehnsiedlung in Deutschland.

Heute können Sie sich im Papenburger Freilichtmuseum näher über die Moorbesiedelung informieren
In der Von-Velen-Anlage in Papenburg direkt am Wasser finden Sie historische Gebäude und Geräte. Bei Führungen erfahren Sie mehr über die harte Arbeit und die Kultur der Moorkolonisten erlebbar machen. Angler „Hinnerk“ und „Jan Treck an“ zeigen typische Tätigkeiten, die damals dem Überleben dienten. Die Adresse lautet „Splitting links“. Diese Straßennamen haben keinen Schreibfehler, sondern sind typisch für Papenburg: Weil ein Großteil der Straßen und Wege der nordwestdeutschen Stadt an Wasserläufen liegen, werden sie kurzerhand mit einer linken und rechten Version gekennzeichnet.

Holland? Könnte man denken, ist auch nicht weit, aber wir sind im Emsland…
Nicht nur die vielen Kanäle, die von Klappbrücken überspannt werden, erinnern viele Papenburg-Besucher an holländische Städte. Auch die Patrizierhäuser, die Moorbauernhöfe und die Windmühlen erinnern an das nahe Nachbarland. Leckeres Mühlenbrot können Besucher der „Meyers Mühle“ erstehen. Der dreistöckige Galerieholländer ragt zwischen Stadtpark und Hauptkanal empor. Ein technisches Meisterwerk ist auch die Bockwindmühle am Wiek, auch „Mauers Mühle“ genannt. Sie kann je nach Windrichtung als Ganzes in den Wind gedreht werden. Die Mühlen können zu Sonderveranstaltungen wie dem Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) besichtigt werden – oder Sie fragen nach einer Führung und informieren sich über weitere Termine bei Papenburg-Tourismus.

Noch höher als die Papenburger Windmühlen, und zwar 48 Meter, ist der „Alte Turm“ in Papenburg
Er ist ein Nachbau des Rigaer Leuchtturmes. Der soll Papenburger Seeleuten, die einst im Hafen der lettischen Metropole lagen, so gut gefallen haben, dass sie ihn in der Emsländer Heimat nachbauen ließen. Übrigens: Das Original in Riga steht heute nicht mehr. Aber die Papenburger Version ist noch gut in Schuss – Besucher können die 130 Stufen hinaufgehen, um den herrlichen Rundumblick zu genießen.

Freilichtmuseum Papenburg Infos über die Fehnkolonien Bild von Michael Gollnick auf Pixabay
© Pixabay: Michael Gollnick

Wer jetzt noch Zeit und Energie hat, geht auf Fehntour – am besten mit dem Fahrrad
Sie können an vielen Ecken der Emsstadt Drahtesel mieten. Die Landschaft ist platt wie eine Flunder, zahlreiche idyllische Wege führen an den Wasserläufen entlang, vorbei an sattgrünen Wiesen und über kleine Brücken. Der Emsradweg, die Fehnroute und über 50 weitere Radrouten stehen zur Auswahl. Vielleicht möchtet Sie ja auch einen Abstecher ins nahe Ostfriesland machen? Die alte Handelsstadt Leer ist bei einer Fahrradtagestour entlang der Ems ein lohnendes Ziel. Die Orientierung fällt anhand der Hinweisschilder und der Infokarten von Papenburg Tourismus leicht.
Viel Spaß bei Ihrem Ausflug – Papenburg ist zum Beispiel in 65 bis 80 Autominuten gut erreichbar vom Knaus Campingpark in Butjadingen oder von Ihrem Ferienpark in Bad Bentheim.





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